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Tipps für den Garten
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Verfasst am 01.03.2022 um 13:30 Uhr

Bunte Vielfalt im Garten    

Tipps zu Mischkultur, Fruchtfolge und Anbauplanung    

Gemüse aus dem eigenen Garten ist nicht nur frisch, es hat auch den großen Vorteil, dass man weiß, wo und wie es angebaut wurde. Darüber hinaus können wir die natürliche Pflanzenentwicklung von der Aussaat bis zur Ernte verfolgen und uns daran erfreuen.


Standortverhältnisse beachten

Für eine reiche Gemüseernte ist es wichtig, verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. So sollten Sie die Gemüsepflanzen an einen möglichst sonnigen Standort pflanzen, denn nur dort können sie sich optimal entwickeln. An weniger sonnigen Standorten wachsen die Pflanzen dagegen nicht so gut, und auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten wird geschwächt. Zudem sollte der Standort genügend durchlüftet sein, um möglichen Pilzkrankheiten vorzubeugen.


Doch auch der Boden spielt eine entscheidende Rolle. Er sollte möglichst gut zu bearbeiten sein, über Lehm- und Sandanteile verfügen sowie einen Humusgehalt von mindestens 5 % aufweisen. Bei schweren Böden können Sie vom natürlichen Prozess der Frostsprengung Gebrauch machen und Ihren Gartenboden im Herbst umgraben. Nach jeder Ernte sollten Sie auch dafür sorgen, dass der Boden wieder mit ausreichend Nährstoffen angereicht wird, damit auch die neuen Kulturen ausreichend Nahrung bekommen. Das können Sie vorzugsweise mit einem organischen Dünger erreichen. Vorteilhaft ist auch eine Düngung mit Gründüngungspflanzen (z.B. Lupinen), die den Luftstickstoff binden, die Erosion verhindern und den Boden lockern.


Ein guter Plan

Eine gute Planung der Anbaufläche verlangt im Vorfeld einiges an Überlegung. Etwa, auf welchen Flächen angebaut werden soll, ob sich die Kulturen positiv oder negativ beim Nährstoffbedarf und Wurzelverträglichkeiten beeinflussen oder wie lange die Kulturzeit der einzelnen Kulturen ist. Bei der Pflanzung beziehungsweise bei der Aussaat sollten Sie immer auf den richtigen Pflanz- und Reihenabstand achten. Zudem sollten die gewählten Sorten gute Ertrags- und Qualitätseigenschaften sowie gewisse Resistenzen gegenüber Krankheitserregern und Schädlingen besitzen.


Von Frühjahr bis Herbst

Die Kulturfolge ist der aufeinanderfolgende Anbau verschiedener Gemüsearten, mit geplantem Wechsel auf ein- und demselben Beet während einer Vegetationsperiode. Kurz: „Die Abfolge mehrerer Gemüsearten auf einem Beet in einem Jahr“. Die Einteilung der Kulturfolge erfolgt in Vor-, Haupt- und Nachkultur. Ein Beispiel für eine gute Kulturfolge ist:


• Vorkultur: Radieschen, Spinat, Zwiebeln

• Hauptkultur: Tomaten, Gurken, Kohl

• Nachkultur: Spinat, Feldsalat


Zum gegenseitigen Schutz

Der Ursprung der Mischkultur liegt in der Natur selbst. Bei der Mischkultur bzw. dem Mischanbau im Garten werden zwei oder mehrere unterschiedliche Gemüsekulturen gemeinsam auf einem Beet angebaut. Die Pflanzen sollen sich so positiv durch Duft- und Wurzelausscheidungen im Pflanzenschutz, bei der Düngung oder Erntezeit beeinflussen. Bei falscher Kombination sind jedoch auch nachteilige Effekte möglich. Eine gute Kombination sind Zwiebeln und Möhren zum Schutz gegen die Möhrenfliege. Schlechte Kombinationen wären dagegen Erbsen mit Zwiebeln, Gurken zusammen mit Radieschen oder Tomaten und Kartoffeln.


Weitere Mischkultur-Effekte sind:

• Die Partnerpflanzen sind attraktiv für Nützlinge (sie locken Bienen, Hummeln und weitere Insekten an, die die Blüten bestäuben).

• Sie geben Duftstoffe ab, die Insekten verwirren und vertreiben.

• Sie erschweren Schädlingen das Auffinden ihrer Wirtspflanzen, indem sie eine Barriere bilden oder das gesuchte Gemüse „tarnen“.

• Sie locken Schädlinge von der Partnerkultur weg.

• ihre Wurzeln scheiden Stoffe aus, die die Bodengesundheit fördern.

• Sie dienen dem Partner als Stütze.

• Sie bedecken den Boden und unterdrücken Wildkräuter.

• Sie beschatten den Boden und sorgen so für eine gleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung.

• Sie binden aus der Luft Stickstoff und reichern den Boden mit diesem wichtigen Nährstoff an.

• Sie holen Nährstoffe aus dem Unterboden und schließen sie auf.


Fruchtwechsel einhalten

„Wer nach wem kann und darf.“ So könnte man eine Fruchtfolge kurz und knapp beschreiben. Der Zeitraum der Fruchtfolge ist dabei immer für das Anbaujahr bestimmt. Sie sollten bei der Fruchtfolge die Nährstoffansprüche und die Dauer der Kultur beachten.


Einige Beispiele der Familienzugehörigkeit von Gemüse zur Festlegung der richtigen Fruchtfolge:

• Kreuzblütengewächse (z.B. Kohl, Senf, Kohlrabi)

• Doldenblütengewächse (z.B. Möhren, Kerbel, Fenchel, Dill)

• Gänsefußgewächse (z.B. Mangold, Rote Bete, Spinat)

• Korbblütengewächse (z.B. Salate, Zichorie, Endivie)

Mitglieder derselben Familien sollten nur alle drei bis vier Jahre auf dasselbe Beet gesät bzw. gepflanzt werden.


Ziel der Fruchtfolge ist es, die Ertrags- und Qualitätssicherung durch Minimierung von Anbaurisiken zu vermeiden, da durch einen dauerhaften einseitigen Anbau von Gemüse die Erträge zurückgehen. Gründe für diesen Ertrags- und Qualitätsrückgang können sein:


• Unverträglichkeiten von Pflanzen (toxisch wirkende Stoffwechselprodukte)

• einseitiger Verbrauch von Nährstoffen

• einseitige Durchwurzelungstiefe

• einseitige Schaderreger


Tabelle: Wachstumsfaktoren und ihr Einfluss

Wachstumsfaktor
Eigenschaften
Wasser
- ist wichtiger Wachstums- und Ertragsfaktor
- ermöglicht Aufnahme und Transport von Nährstoffen und      
  Assimilaten
- sorgt für die Erhaltung des Zelldruckes
- dient zur Regulierung der Verdunstung
- ist wichtig für verschiedene biochemische Reaktionen
- ist in der Pflanzenmasse zu 75-95% enthalten
Licht
- beeinflusst die Photosynthese der Pflanze
- Zusatzlicht oder Verdunklung zur Steuerung des
  vegetativen und generativen Wachstums
  (Langtagpflanze/Kurztagpflanze)
Temperatur
- optimale Temperatur während der Jungpflanzenzucht beachten  
  („Schossen“)
Boden
- optimal ist ein lehmiger Sandboden und sandiger Lehmboden
- pH-Wert von 6,5 bis 7,5 (neutral) einstellen
- Humusgehalt sollte mindestens 6-7% betragen
- für gute Wasserführung sorgen
- stabile Struktur der Erde
- Erhaltung der Bodengare
- Bodenlockerung/Bodenabdeckung
- Bodenuntersuchung (bitte alle drei Jahre durchführen)
Düngung/Nährstoffe
- richtige und zeitliche Stickstoffmenge den Pflanzen zuführen
- Verwendung von möglichst organischem Dünger
  (pH-Wert beachten zur Aufnahme der Nährstoffe für die Pflanzen)
- jährliche Gesund- und Erhaltungskalkung durchführen


Mit Wissen zum Erfolg

Sie sehen, die Planung des Gemüseanbaus verlangt also einiges an Überlegungen. Etwa, welche Kulturen auf welchen Flächen angebaut werden sollen, ob sich die Kulturen positiv oder negativ hinsichtlich Nährstoffbedarf und Wurzelverträglichkeiten beeinflussen und wie lange die Kulturzeit der einzelnen Kulturen ist. Viele Überlegungen, die bei einem geübten Kleingärtner im Laufe der Jahre jedoch zu entsprechenden Erfahrungswerten geworden sind. Und für alle Neukleingärtner, steht die Fachberatung mit Rat und Tat zur Unterstützung bereit.


Sven Wachtmann, Vorstandsmitglied für Fachberatung


Fotos: Marion Kwart

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